Angela Zach-Buchmayer

GEORGIA CREIMER

von 28. Jänner 2025 bis 26. April 2025 im Salon Kraus

 

SALON KRAUS freut sich, die österreichisch-brasilianische Künstlerin Georgia Creimer zu präsentieren. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sich Creimer vor allem mit räumlicher und körperlicher Wahrnehmung anhand unterschiedlicher Medien auseinander. Sowohl Malerei, Zeichnung und Fotografie als auch installative Arbeiten und Skulpturen sind Teil ihrer künstlerischen Praxis. 

Die beiden Arbeiten Biom (ohne Titel) I, 2015 (Acryl auf Papier, 100 × 70 cm), und Biom (absorptive), 2020 (Bleistift & Acryl auf Papier, 100 × 70 cm), stammen aus der umfangreichen Serie Biome, die sowohl Zeichnungen als auch Malerei umfasst. Für diese Serie entwickelt die Künstlerin eine besondere Vorgehensweise: In einer meditativen, somatischen Herangehensweise zeichnet Creimer halbblind Formen, die sie anschließend ausformuliert und verdichtet. Dabei entstehen organische Strukturen, die an vergrößerte biologische Modelle oder Querschnitte von Zellen erinnern. Gleichzeitig besitzen diese inneren Bilder für die Künstlerin „etwas Immaterielles, Phantomartiges – noch nicht Körper-Gewordenes“. So wie es eine Vielzahl biologischer Erscheinungsformen von Zellen gibt, haben Creimers Biome etwas Fließendes, sich ständig Veränderndes und Ephemeres. Diese „künstlich-amorphen Gebilde einer imaginären Körperlichkeit“ zeichnen sich durch eine Eigenwilligkeit aus, die „sich jeder Eindeutigkeit entzieht“ und von „der Zeitlichkeit enthoben“ im Raum schweben, so Margareta Sandhofer über die Arbeiten dieser Serie.

Der Bezug zum Körperlichen spiegelt sich auch in der sechsteiligen Werkserie Hände  (out of black), 2023 (Pigmentdruck auf Papier, 22 × 68,5 cm), wider. Hier setzt sich Creimer mit dem Gestus von Armen und Händen auseinander. Im kunsthistorischen Kontext spielen Hände zu allen Zeiten eine zentrale Rolle für die Darstellung von Menschen in Malerei und Plastik; im Porträt charakterisieren sie die Dargestellten fast ebenso wie das Gesicht. Die Isolierung von Händen als eigenständiges Motiv ist jedoch selten. Dennoch zählt die Begegnung zweier Hände zu den Ikonen des abendländischen Bildgedächtnisses. Michelangelos Erschaffung Adams, in der Gott Adam den Lebensfunken überträgt, erinnert an den Gestus von Creimers Hände. Für Creimer sind Arme und Hände jene Körperteile des Menschen, die eine eigene Sensibilität und Intelligenz zum Ausdruck bringen. In dieser Serie bekommen die Arme der Künstlerin etwas Skulpturales: Linien, Falten und Venen werden deutlich sichtbar und verleihen Armen und Händen ein dreidimensionales Volumen. Der Gestus der Hände, die einander fast berühren, hat dabei etwas Zögerndes – man weiß nicht, ob sie sich gerade treffen oder im Begriff sind, voneinander loszulassen. 

Georgia Creimer wurde 1964 in São Paulo geboren und absolvierte ihr Kunststudium an der Fundação Armando Álvares Penteado (1982–85). Kurz nach ihrer ersten Einzelausstellung in São Paulo in der Galeria Monica Filgueiras de Almeida übersiedelte sie 1986 nach Wien, wo sie seither lebt und arbeitet. Seitdem hatte sie zahlreiche Ausstellungen in Österreich, weiteren europäischen Ländern sowie in China, wo sie 2019 zu einer Residenz und Ausstellung im Galaxy Museum, Chongqing, eingeladen wurde. Creimer hat zudem mehrere öffentliche Kunstwettbewerbe in Österreich und Deutschland gewonnen. 

Aktuell sind Georgia Creimers Arbeiten in der Ausstellung Vienna Today – Contemporary Art from Austria im The Hai Museum, Shanghai, sowie ab April in der Ausstellung In erster Linie Skulptur im Kunsthaus Mürz, Mürzzuschlag, zu sehen.